Machen Sie den Selbsttest – Was ist Propaganda? Was ist Demagogie? Was ist Populismus? Was ist Manipulation? Was ist einseitige Berichterstattung? Was ist Öffentlichkeitsarbeit? Was ist Werbung? Ich tue mir schwer dabei klar zu unterscheiden – ein Versuch.

Ein sinnverwandter Begriff der momentan in Mode gekommen ist sind die Fake-News. Bewusst wollte ich nicht sie zum Aufhänger meines Artikels machen, denn viel Sympathie für dieses Wort hege ich nicht. Der Grund ist nicht, dass es sich um einen Anglizismus handelt, sondern dass ich nicht denke hier ein neues Phänomen zu finden. Absichtlich falsche Informationen verbreiten sollte als das bezeichnet werden was es ist, eine Lüge. Wenn die falsche Information ohne Wissen um ihre Falschheit verbreitet wird, dann kann man von einer Unwahrheit reden. Ein Präsident der nicht blind ist muss wissen wie viele Zuschauer vor ihm gestanden haben, als er den Schwur leistete. Man kann ihn also ganz einfach als dreisten Lügner bezeichnen. Dreist, weil es doch eigentlich klar gewesen ist, dass diese Lüge nachweislich falsch ist. Fake-News sind für mich somit medial verbreitete Lügen, so einfach möchte ich gerne diese Debatte beenden.

Einige Begriffe sind meiner Meinung nach schwerer auseinander zu halten. Die Wörter aus meiner Einleitung zum Beispiel haben alle eine gewisse Gemeinsamkeit und werden doch als unterschiedlich gut oder schlecht war genommen. Sie beschreiben alle eine Beeinflussung der Leser. Alle Wörter stehen für tendenziöse Informationen. Wie kommt es also, dass wir heute so große Probleme mit diesen Wörtern haben, wo wir doch alle mit Werbung aufgewachsen sind und diese sehr wohl zuverlässig unterscheiden können von objektiven Informationen? Der zentrale Begriff, dessen Bedeutung ich heute genauer analysieren möchte ist Propaganda.

Tendenziöse Information oder das Ziel der Beeinflussung der Leser kann also schlecht dazu her halten Propaganda und Demagogie von Werbung zu unterscheiden. Oder zumindest allein für sich genommen sind sie nicht das negative an diesen Wörtern. Die Bedeutung von Propaganda ist ein schönes Beispiel dafür wie sich Maßstäbe verschieben können und wie sehr wir selbst entscheiden was schlecht und was gut ist. Vor der Nazizeit war dieses Wort nämlich nicht negativ behaftet. Erst mit dem häufigen Gebrauch des Wortes durch Hitler und sein Gefolge ist es zu dem Schimpfwort für böswillige politische Manipulation geworden, das es heute ist. Diese Bedeutung gehört aber nun zu diesem Ausdruck und darf bei den Überlegungen über seinen Sinn nicht von ihm entfernt werden, denn wir müssen uns an die aktuelle Verwendung halten.

Die Abgrenzung zu Werbung kann vielleicht der Rahmen der Information leisten. Während Werbung offensichtlich als solche zu erkennen ist, spielt sich Populismus auf politischer Bühne ab und beansprucht seriöse Neutralität.

Auch die Umschreibung tendenziöser Information innerhalb eines politischen Rahmens mit dem Ziel der Beeinflussung ist aber noch nicht zufriedenstellend. Denn wie soll Politik funktionieren, ohne den Versuch der Politiker Menschen zu überzeugen und ihre Meinungen anzunehmen? Lügen sind dabei ein häufiges Mittel. Jedem ist die Diskrepanz zwischen dem, was vor der Wahl behauptet wird, und dem, was am Ende umgesetzt wird, bewusst. Die meisten Politiker leugnen das nicht. Trotzdem sind wir bei Merkel nicht auf Begriffe wie Propaganda gekommen. Was macht also jetzt den Unterschied?

Gibt es gute und schlechte Propaganda? Ist sie also nur eine neutrale Methode und der Inhalt dahinter entscheidet, ob sie erwünscht oder unerwünscht ist? Oder ist es vielleicht nur dann Propaganda, wenn sie negativ ist? Wir könnten uns wünschen, dass Politiker sich nur auf Fakten stützen und nichts behaupten was nicht verifizierbar, also beweisbar, ist. Damit kommt die Politik aber nicht weit, denn Theorien, welche Politik am besten für unsere Zukunft ist, bleiben Theorien und können nicht als wahr identifiziert werden, sondern höchstens als Plausibel.

Außerdem haben wir den Konflikt vor uns liegen, ob es nicht vielleicht auch wichtig ist, dass Politiker ihr Programm interessant gestalten. Wahlen dürfen nicht langweilig werden, weil sonst die Wählerzahlen abnehmen. Nur mit Statistiken lässt sich keine Demokratie leben und eben auch die Rhetorik hat so ihren Grund. Ab wann wird aber die Rhetorik gefährlich und zum Instrument der Verführung der Massen?

Ich möchte ein Konzept für Propaganda vorschlagen. Ich glaube, dass Propaganda zum einen eine Methode ist, die von ihrem Inhalt unabhängig ist. Es lässt sich nämlich nicht argumentieren, dass immer die anderen Propaganda machen, weil sie Böses wollen, und wir nur Werbung machen, weil wir Gutes wollen.
Zum anderen ist Propaganda immer schlecht. Es gibt keine gute Propaganda und das liegt an ihr als Methode.
Ihr entscheidender Charakter ist für mich der Versuch zu überzeugen durch einen nicht komplett rationellen Argumentationsaufbau.
Es handelt sich also um eine tendenziöse Information in einem politischen Rahmen mit dem Ziel der Beeinflussung durch eine nicht rein rationale, logische Argumentation. Es werden Feindbilder erzeugt, Ängste geschürt, falsche Informationen gestreut und mehr auf die erzeugten Gefühle geachtet, als auf das Verständnis der Bevölkerung für die angesprochenen Missstände.

Diese Definition steht nicht im Lexikon oder auf Wikipedia und ist keineswegs gesichertes Wissen. Sie ist ein Vorschlag von mir und vielleicht nicht perfekt. Trotzdem möchte ich zumindest für eine enge Definition werben, statt alles sofort mit Propaganda abzustempeln. Über alle Anregungen oder Verbesserungen freue ich mich. Auch die anderen Begriffe aus meiner Einleitung sind schwer auseinander zu halten, vielleicht interessieren euch auch diese mehr.

Was versteht ihr unter Propaganda?
Wie unterscheidet dieser Ausdruck sich für euch von Demagogie oder Populismus zum Beispiel?
Findet ihr dass der Begriff momentan richtig verwendet wird?
Schreibt es mir in die Kommentare und scheut euch nicht zu liken und meinem Blog zu folgen!

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