Die Wahlen in Frankreich sind entscheidend für die EU, aber auch für die Innenpolitik des Landes. Mehrere große Herausforderungen stellen sich in den nächsten Jahren und die Kandidaten ringen um eine politische Antwort.

Als Student in Paris bekam ich in den letzten Monaten einiges mit von den Stimmungen der Menschen bezüglich der Wahlen, vieles jedoch auch nicht. Ich wohne in einem Viertel mit hohem Ausländeranteil und habe viel mit internationalen Studenten zu tun, die alle mit dem ERASMUS Programm direkt von Europa profitieren. Überrascht hat es mich dann doch, dass jeder einzelne Wahlberechtigte den ich ansprach, sich als Mélenchon Wähler outete. Aus meinem Umfeld heraus geurteilt ist es im Grunde unverständlich, dass der Sozialist nicht mit absoluter Mehrheit gewonnen hat. Es ist aber wohl bei weitem schwerer sich ein gutes Bild der Gesellschaft zu verschaffen und Frankreich scheint noch mehr geteilt zu sein als Deutschland, in verschiedene Welten mit verschiedenen Ansichten.

Welches Fazit soll man nun aus dem ersten Wahlgang ziehen? Zunächst sollte festgehalten werden, dass es äußerst knapp war. Zwischen dem vierten und dem ersten lagen lediglich 4%. Ein ähnliches Ergebnis wäre in Deutschland mit seinem starren Parteisystem undenkbar gewesen. Außerdem war die Wahlbeteiligung mit ca. 80% sehr hoch, was ein gutes Zeichen für die französische Demokratie ist und hierzulande Neid auslösen sollte.

Beschäftigt man sich näher mit den Kandidaten zeigt sich aber auch die Zerrissenheit der Nation, denn selten lagen die Positionen so weit auseinander wie in diesem Jahr. Der FN steht in etwa bei einer AFD à la Höcke, Fillon bei dem rechten Flügel der CSU, und Mélenchon teilweise links der Linken, wenn sich dieser äußerst grobe Vergleich überhaupt ziehen lässt. Die weniger erfolgreichen Kandidaten fallen ebenfalls eher mit Extrempositionen auf. Es bleibt der Bänker und ehemalige Wirtschaftsminister Macron allein in der Mitte, der es schaffte dem alten Neoliberalismus der FDP den Anstrich einer revolutionären Bewegung zu geben und große Teile Frankreichs zu begeistern. Frankreich streitet um die Frage wie ihre Zukunft aussehen soll, demokratischer geht es nicht.

Der zweite Wahlgang wird zeigen ob unsere Freunde aus dem Nachbarland dem Rechtsruck mit Macron etwas entgegensetzen können und versuchen wollen Europa neu zu beleben, oder ob sie mit LePen einen nationalistischen, isolationistischen Kurs einer einsamen Grande Nation einschlagen wollen. Rechnerisch sollte Macron klar gewinnen, nur haben Phänomene wie Drumpf und Brexit die Menschen vorsichtig werden lassen. Ich persönlich, dass es diesmal eine leichte Entscheidung ist wär der bessere Präsident ist.

Welcher Kandidat war euch am sympathischsten?
Was erwartet ihr für die zweite Wahl?
Wie schätzt ihr die Bedeutung der Wahl in Frankreich ein?
ich freue mich über alle Kommentare!

 

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