Hatte ich Anfang Februar noch an den Demonstrationen in Paris mit dem Motto „Paris against Trump“ teilgenommen, scheint es sich inzwischen zu „Trump against Paris“ umgedreht zu haben.

Diese Woche gab der amerikanische Präsident Donald Trump bekannt aus der Vereinbarung der Pariser UN-Klimarahmenkonferenz 2015, auch COP 21 genannt, aussteigen zu wollen. Dabei kann der Schock unter dem die Weltbevölkerung seitdem steht wohl nicht von einer plötzlichen Kehrtwende ausgelöst worden sein. Nein, die Haltung des Präsidenten, dass Investitionen in grüne Energie und eine Reduktion der Treibhausgase verschwendetes Geld seien, war bereits jedem bekannt. Allein die Ignoranz und Sturheit sich von niemandem von dieser idiotischen Meinung abbringen zu lassen und die Bitten aller anderen Staaten abzuweisen, das kann schockieren. Sein diplomatisches Verhalten ist grob und abweisend. An einem Tag tanzt er plattfüßig mit saudi-arabischen Scheichs zur Feier eines abgeschlossenen Waffendeals, wenige Tage danach beleidigt er Deutschland und andere europäische Länder, weil er sich wirtschaftlich bedroht fühlt. Die Außenpolitik dieses Präsidenten scheint darin zu bestehen ohne bestimmten Stil zu versuchen sich die Rosinen bei allen Verhandlungen herauszupicken. Waffenverkäufe gehen dabei immer, Klimaschutz ist nur Zeitverschwendung.

Anfang August habe ich mich anlässlich des Angriffes der Trump Regierung auf einen syrischen Militärflughafen bereits bemüht zu verstehen, wie genau sich Trump sein „America first“ vorstellt, siehe meinen Artikel: „Die bisher größte Lüge des Donald Trump – Die Reichweite des „America first““:

https://policycounts.wordpress.com/2017/04/09/die-bisher-groesste-luege-des-donald-trump-die-reichweite-des-america-first/

Ich habe mich damals nicht festlegen wollen, was wohl die genaue Bedeutung von „America first“ für ihn ist, weil seine Meinung wohl ständig wechselt. Unberechenbar ist er in vielen Punkten geblieben, doch einige Muster kann man vermutlich schon erkennen. Zunächst einmal ist sein diplomatischer Grundsatz, dass das Wohl anderer Länder ihm egal ist. Trump wurde von Amerikanern gewählt, er ist Amerikaner, also wird er für sein Land die meisten Vorteile gegenüber anderen herausschlagen, die er kriegen kann. Das widerspricht massiv dem Prinzip der UN-Klimarahmenkonferenzen, die die einzelnen Staaten als Gemeinschaft versteht. Mit seiner Einstellung ist es nur verständlich aus dem Pariser Abkommen auszutreten, entspricht dieses eben nicht seiner Rosinenpicker-Logik.

Hinzu kommt die Abstraktheit der Klimaerwärmung für Trump. Zwischen seinen Palästen, Nobelhotels, Privatjets und Golfplätzen begegnet sie ihm nicht. Auch wenn ihre Auswirkungen schon heute traurige Realität geworden sind, so ist ihre Funktionsweise doch abstrakt und lässt sich nicht durch nationale Problemlösung behandeln. Die Klimakatastrophen der Zukunft zu verhindern ist eine globale Herausforderung, der nur eine globale Staatengemeinschaft gewachsen ist und das ist entweder zu schwer zu verstehen für Trump, oder seine nationalistische Außenpolitik ist dem einfach nicht gewachsen. Klimaerwärmung interessiert ihn nicht und mit seinen veralteten politischen Mitteln kann er ihr auch nichts entgegensetzen. Er wird für das Klima der schlechteste amerikanische Präsident aller Zeiten sein und das ist an dem Punkt, an dem wir uns heute befinden, eine katastrophale Nachricht.

Es bleibt abzuwarten was aus seiner egoistischen Perspektive noch alles Schlimmes folgen wird. Das Klima ist nicht das einzige Problem bei dem seine Verhandlungslogik nicht funktioniert. In unserer globalisierten Welt sind nun Mal viele Dinge komplexer als früher und lassen sich daher häufig nur durch Zusammenarbeit lösen. Das ist einer der Grundideen der EU und eigentlich stand diese Kooperation auch hinter dem Zusammenschluss der einzelnen amerikanischen Staaten. Vielleicht sollte dieses Prinzip Herrn Trump mal jemand erklären. Am Ende leidet unter seiner engstirnigen Politik maßgeblich das eigene Volk, welches er doch eigentlich an erster Stelle gesetzt sehen wollte.

Wie beurteilt ihr die Außenpolitik von Trump bisher?
Ist Trump eine Gefahr für unsere Umwelt?
Was erwartet ihr von ihm in der Zukunft?

Bildquelle: foxnews.com

Advertisements

2 Kommentare zu „Trump – Angriff auf das Pariser Abkommen

  1. Also reiner Machterhalt und jede politische Handlung nur auf taktische Ziele der Sicherung eigener Macht reduzieren? Bestimmt triffst du einen Teil der Wahrheit, aber ich glaube schon, dass Trump auch politische Vorstellungen hat mit denen er meint einen guten Einfluss auf das Leben seiner Mitmenschen auszuüben. Nur wen sieht als als Mitmensch? Welche Maßnahmen will er ergreifen? Was steht uns in Zukunft noch bevor? Begreifen und starke Kritik warum seine Visionen am Ziel vorbei schießen, das brauchen wir meiner Meinung nach.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s