Armageddon, Weltuntergang, eine Stadt, die nicht bereit ist für internationale Aufmerksamkeit. Die Vorwürfe wogen schwer nach dem G20-Gipfel. Angst herrschte im ganzen Land vor der linken Gewalt, den vermummten Autonomen.

Der Spiegel hatte anscheinend nach einem Ventil gesucht für alle reißerischen Überschriften, die er sich in letzter Zeit aufgespart hatte. Das Magazin stand aber nicht einsam da, viele Zeitungen wählten ebenfalls einen angsterfüllten Ton. Der Grund dafür waren die Auseinandersetzungen der linksradikalen Anti-G-20 Demonstranten mit der Polizei. Zwischen 400 und 500 Polizisten wurden verletzt und ein ordentlicher Sachschaden entstand. Diese Ausschreitungen waren absolut unnötig und kontraproduktiv. Von den wirklich zahlreichen Demonstranten konnte somit keine demokratische und produktive Kritik in den Mittelpunkt gestellt werden. Stattdessen kamen Menschen zu schaden, die nichts mit dem eigentlich Kritisierten zu tun haben. Trotzdem sollten ein paar Punkte festgehalten werden und statt Panik wieder Vernunft einkehren.

Deutschland ist nicht auf dem linken Auge blind, wie häufig gefragt wurde. Der Großteil der politisch motivierten Gewalttaten in Deutschland erfolgt durch die rechte Szene. Trotzdem werden mehr linke Organisationen als rechte vom Verfassungsschutz untersucht. Die Panik, die jetzt wieder ausbrach verdeutlicht wie sensibel Deutschland gegenüber linker Gewalt ist. Ähnliche Forderungen nach Rücktritten wie sie jetzt erfolgten hätte ich gerne dem NSU-Prozess folgend vernommen.

Außerdem ist es unangebracht über Hamburg als Stadt zu urteilen aufgrund dieser Ereignisse. In einem Kommentar auf Spiegel online wurde Hamburg aberkannt eine Weltstadt zu sein und tiefe Verunsicherung unterstellt. Tatsächlich beteiligten sich aber zahlreiche Bürger der Stadt an den Aufräumarbeiten und stellten schon nach kurzer Zeit wieder Ordnung und Sauberkeit her. Hamburg bleibt und Multikulturelle Großstadt, die ich für sehr repräsentabel halte, aller Welt gegenüber.

Hinzu kommt, dass die Forderung nach einem System zur Registrierung aller Extremen sinnlos ist, weil ähnliches bereits existiert.

Die Gewalt war destruktiv, mit Sicherheit einschüchternd und hat prinzipiell große und aussagekräftige, demokratische Demonstrationen behindert. Der Großteil der Protestierenden war friedlich und litt ebenfalls unter den Ausschreitungen. Panikmache sollte aber vermieden werden und ich hätte mir vernünftigere Berichterstattung gewünscht. Inhaltlich ist nicht viel rausgekommen bei diesem Gipfel, was aber aufgrund der Konstellationen vorher bereits zu erwarten war.

Wie habt ihr die Geschehnisse verfolgt?
Welche Bedeutung misst ihr dem Ganzen zu?
Viel heiße Luft um nichts oder berechtigte Kritik der Demonstranten?

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7 Kommentare zu „Hamburg – Heimgesucht von 20 apokalyptischen Reitern

  1. Ach, es gibt mehr Gewalttaten durch Rechte als durch Linke?
    Hier das Gegenteil:
    https://www.welt.de/debatte/kommentare/article155643518/Linke-Gewalttaten-werden-notorisch-verharmlost.html

    Meine persönliche Meinung: Das Schließen der Roten Flora wäre ein erster Schritt hin zur Besserung. Ein linksliberaler Zeitgeist, der linke, autonome Gewalt schick findet. Wenn Sie alleine wenigstens einen Perspektivwechsel versucht hätten, dann wäre Ihnen klar geworden, wie blind Deutschland auf dem linken Auge wirklich ist. Was wäre, wenn das rechte Demonstranten gewesen wären?
    Allein bei friedlichen Großdemonstrationen, von Menschen, die von ihrem demokratischen Recht Gebrauch gemacht haben, wurde durch die Medien damals bei PEGIDA durchgehend, bisweilen stark einseitig, berichtet. Ein Blick in den Bundestag hätte ebenfalls gereicht, um Sie davon abzuhalten obige Behauptung aufzustellen. Im Bundestag gibt es drei Parteien, die sich links der Mitte befinden, sogar die Nachfolger der SED sind dort vertreten. Und wie sieht die öffentliche Meinung und Berichterstattung bezüglich der AfD aus?
    Die Linken müssen auf eine Stufe mit den Rechten gestellt werden, die Extremismusklausel, von der SPD abgeschafft, muss ebenfalls wieder eingeführt werden. Dann sind wir schon mal auf dem richtigen Weg.

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    1. Und nach welchem Maßstab ist eine Ideologie, die für radikale Gleichheit aller Menschen kämpft, Dinge zerstört und Verletzte billigend in Kauf nimmt, jetzt genau so schlimm wie eine Ideologie, die für radikale Un-Gleichheit aller Menschen kämpft, Dinge zerstört und aufs Töten abzielt?
      Für mich macht es nach wie vor einen Unterschied, ob man Autos oder bewohnte Unterkünfte abfackeln will. Und das nicht nur in der Umweltbilanz.

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      1. Ach die klassische Geschichte des Kangurus: Autos abfackeln ist ja nicht so schlimm wie Flüchtlingsheime abfackeln.

        Siehe Venezuela, siehe Sowjetunion, siehe Maos China oder auch die DDR. Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. Man denke einfach auch an die RAF oder Gehwegplatten schmeissende Linke. Die hehren Ziele sind nur vorgeschoben. Links und rechts sind nicht umsonst zwei Seiten ein und derselben Medaille. Selbst wenn man den Linken zugesteht, dass sie höhere Ziele haben, oder zu haben glauben, so ist das Endergebnis immer fatal für die Menschen. Jetzt kommt sicher: Stalin etc. waren keine Linken! Ja, lügen Sie sich halt selbst in die Tasche. Ist mir egal.

        PS: Die meisten Flüchtlingsunterkünfte sind aufgrund fehlerhaften und/oder schuldhaften Verhaltens der Bewohner abgebrannt.

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      2. Ganz unabhängig vom Känguru pfeife ich darauf, wie viele Menschen umgekommen sind, weil jeder Mensch, der wegen einer Ideologie gestorben ist, einer zu viel ist. Was mich stört ist, dass du der Ansicht bist, dass man Ungerechtigkeit offenbar gegeneinander aufrechnen kannst. Was ich für eine haarsträubende Ungerechtigkeit halte, weil es dem Einzelnen, der da gerechnet wird, seine Würde als einzigartig wertvolles Lebewesen abspricht. Und DESHALB sind Rechtsextremisten in meinen Augen die schlimmeren Menschen.

        Davon abgesehen habe ich meine Hausaufgaben gemacht und Kommunismus gibt es damit eh nicht unter der Weltrevolution. Von daher war Stalin zwar vielleicht ein Linker, hat es aber nicht verstanden.

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      3. Welch dekadente Diskussion. Linke erzeugen mindestens genau so viel Leid wie Rechte. Eine numerische Aufrechnung gibt es (zurecht) nicht. Wieviele Linke sprechen bzw. dem Individuum aufgrund seiner Klassen- oder Religionszugehörigkeit seine Würde ab? Schieb ruhig vor, dass es ja eh keinen Kommunismus gab – weil jede Vorstufe krachend und mit viel Leid gescheitert ist.

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      4. Ich rechne nicht. Ich ziehe ein Fazit bei Betrachtung der Geschichte: Jeder, der glaubt auf der Seite der Gerechten zu stehen, ist das Gegenteil dessen. Das sieht man an beiden Seiten auch ohne zu rechnen.

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